Implantate

“Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Keramik, die in den Kieferknochen eingesetzt wird. Es kann einen Zahnersatz tragen, z. B. eine Implantatkrone, eine Prothese oder eine Implantatbrücke.”

Sie schließen einzelne Zahnlücken, ohne dass dabei (wie beim Lückenschluss durch eine Brücke), die gesunde Zahnsubstanz der Nachbarzähne beschliffen werden muss. Implantate reduzieren den Knochenabbau in zahnlosen Kieferabschnitten, weil sie die Kaukräfte auf den Kiefer übertragen.

 

Eine Implantatbehandlung kommt in folgenden Fällen die Frage:

  • Einzelzahnlücke
  • Freiendsituation
  • Schaltlücke
  • Zahnlose Kiefer

Es stehen unterschiedliche Möglichkeiten einer Implantat-Suprakonstruktion zur Verfügung:

a) Nicht herausnehmbare Implantat-Lösungen

  • Implantatgetragene Krone
  • Implantatgetragene Brücke
  • Implantatgetragene Vollprothese

 

b) Herausnehmbare Lösungen

  • Implantatgetragene Brücke auf Implantatsteg
  • Deckprothese („Cover Denture Prothese“) 

 

Meist wird bei Implantaten mit einer langen Lebensdauer geworben. Trotzdem gibt es auch hier Risikofaktoren, die zu Komplikationen mit dem Implantat führen können. In diesen Fällen muss der Patient/die Patientin mit häufigeren Nachsorgeterminen rechnen.

Risikofaktoren

a) Sehr großes Risiko:

  • eine unbehandelte Parodontitis (entzündlicher Abbau des Zahnhalteapparates)
  • ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Rauchen – bei Rauchern heilen die Implantate schlechter ein und lockern sich auch häufiger als bei Nichtrauchern.

 

b) Mittleres Risiko:

  • bestimmte Knochenkrankheiten (z.B. Osteoporose)
  • Störungen der Blutgerinnung und Wundheilung 
  • Immunschwäche 
  • Schwerwiegende Allgemeinerkrankungen  
  • Drogen- oder Medikamentenmissbrauch 
  • Manchmal auch psychische Erkrankungen.

 

Trotz solcher Risiken bei Zahnimplantaten sollte nicht vergessen werden, welche Vorteile Zahnimplantate bieten. Sie sind die anspruchsvollste und effektivste Lösung, um verlorengegangene Zähne in Ihrer Funktion zu ersetzen.

Vorgehen und Behandlung bei einem Implantat

  • Voruntersuchung: Fotodokumentation, Röntgenuntersuchung, 3D-Röntgenaufnahme, Risikofaktoranalyse
  • Vorbereitung des Behandlungsplan und Durchführung notwendiger Maßnahmen vor der OP
  • Bei nicht ausreichendem Knochenvolumen: zunächst Maßnahmen zum Knochenaufbau
  • Einsetzen des Implantats: Chirurgische OP plus, je nach Bedarf, Knochenaufbau
  • Wartezeit bis das Implantat in den Knochen integriert ist (2-6 Monate, manchmal weniger)
  • Je nach Bedarf: OP zur Freilegung des Implantats oder plastische OP im Weichgewebe
  • Einsetzen des eigentlichen Zahnersatzes auf das Implantat („Implantat-Suprakonstruktion“)

 

Um ein Implantat sicher verankern zu können, ist es wichtig, dass ausreichend Kieferknochensubstanz vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, kann der Knochen mittels spezieller Techniken aufgebaut werden, sodass das Einsetzen eines Implantats möglich ist.

Genau wie natürliche Zähne müssen auch Implantate sorgfältig und regelmäßig gepflegt werden. Die Gesundheit des Implantatbettes wird durch regelmäßige Implantatprophylaxe gesichert, damit das Zahnimplantat auch mehrere Jahren nach der Operation noch fest im Knochen sitzt.