Parondontalerkrankungen

Die Parodontologie ist die Lehre vom Parodont (Zahnapparat). Dabei wird sich mit der Diagnostik und Theraphie von Parodontalerkrankungen beschäftigt.

Zahnfleischentzündungen (Gingivitis)

Eine Gingivitis ist eine Entzündung des Zahnfleisches. Unbehandelt kann sie zu Parodontitis führen.
Erkranktes Zahnfleisch ist gerötet, blutet leicht bei Berührung, schwillt an und kann auch schon bei Berührung Schmerzen verursachen. Die Zähne sind mit verfärbten bakteriellen Belägen behaftet.
Zahnfleischbluten ist ein ernstzunehmendes Warnsignal des Körpers. Bemerken Sie regelmäßiges Zahnfleischbluten, sollten Sie dies vom Zahnarzt abklären lassen.

Typische Beschwerden:

  • Zahnfleischbluten (beim Zähneputzen oder spontan)
  • Unangenehmer Mundgeruch (Halitose)
  • Geschwollenes Zahnfleisch
  • Empfindliche Zähne

Die Ursachen für Zahnfleischbluten sind vielfältig:

  • Hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Menopause)
  • Bakterien / mangelnde Mundhygiene
  • Mechanischer Druck (überstehende Füllungsränder)
  • Chemische Prozesse

Vorgehen und Behandlung bei Zahnfleischentzündungen:

  • Regelmäßiges Zähneputzen und gute Mundhygiene
  • Regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrem Zahnarzt
  • Durchführung einer professionellen Zahnreinigung (PZR), ein- bis zweimal pro Jahr
  • Minimierung von Risikofaktoren wie Rauchen

Wenn die Symptome nach einer PZR (LINK) zurückgehen, sollte der Patient regelmäßig zweimal im Jahr zur PZR kommen.

Mögliche Komplikationen
Sollten die Symptome nach der PZR nicht zurückgehen und auch der Zahnhalteapparat betroffen sein, liegt möglicherweise eine Zahnbetterkrankung (Parodontitis) vor.

Zahnbetterkrankung (Parodontitis)

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Unbehandelt kann sie zu Zahnverlust führen.

Wenn der Patient keine professionelle Zahnreinigung (PZR) oder Zahnsteinentfernung vornehmen lässt und nicht sehr sorgfältig auf die Mundhygiene achtet, wird das zahnhaltende Gewebe angegriffen. Rund um die Zähne bilden sich dann die sogenannten parodontalen Taschen. In der aktiven Phase dieses Prozesses können aus diesen Blut oder Eiter herausfließen, was auf eine Entzündung hindeutet. Mit dem Knochenverfall werden die Zähne immer loser und können schließlich sogar ausfallen. Eine Erkrankung des Zahnbetts ist zunächst für den Betroffenen kaum zu erkennen, da sie – zunächst schmerzlos – Beschwerden erst dann verursacht, wenn die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten ist.

Typische Beschwerden:

  • Zahnfleischbluten
  • Unangenehmer Mundgeruch (Halitose)
  • Schwellung und Rötung des Zahnfleisches
  • Zahnfleischrückgang
  • Empfindliche Zahnhälse
  • Spaltenbildung zwischen den Zähnen
  • Entzündliches Sekret entleert sich aus den Zahnfleischtaschen
  • Gelockerte Zähne
  • Zahnausfall

Eine Zahnbetterkrankung führt zu einem dauerhaften Gewebeverlust – deshalb ist hier die Vorbeugung am wichtigsten. Dazu braucht es eine ständige professionelle mundhygienische Behandlung und eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle.

Ursachen und Risikofaktoren:

  • Rauchen
  • Spezielle chronische Krankheiten
  • Medikamente
  • Schwangerschaft
  • Hormonelle und Immunerkrankungen
  • Stress

Vorgehen und Behandlung bei einer Parodontitis

  • Analyse per Fotodokumentation und intraorale Untersuchung, Röntgendiagnostik, Ernährungsanalyse, Mundhygieneanalyse.
  • Abhängig vom jeweiligen Einzelfall wird durch unsere Prophylaxe-Assistentinnen (bei besonders schweren Verlaufsformen durch den Zahnarzt) die genaue Behandlungsform festgelegt.
  • Bei mittleren und schweren Fällen (Grad III, IV) muss eine systematische Parodontitistherapie durchgeführt werden (dazu sind oft mehrere Termine und chirurgische Eingriffe erforderlich).
  • Teilweise können Antibiotika eingesetzt werden, um bestimmte Bakterien zu bekämpfen.
  • Nach der eigentlichen Parodontitis-Behandlung erfolgt eine Behandlungspause von circa 3 Monaten. Danach wird auf Basis einer Zwischenkontrolle die Entscheidung getroffen, ob der Patient/die Patientin einen chirurgische Eingriff braucht oder ob er/sie zur Phase der unterstützenden Parodontitistherapie übergeht.
  • Schwierige Fälle erfordern einen parodontalchirurgischen Eingriff. Parodontalchirurgische Techniken sind:
    – die offene Kürettage
    – die resektive Chirurgie
    – die regenerative Chirurgie
    – plastische Weichgewebschirurgie
  •  Die Phase der unterstützenden Parodontitistherapie beginnt, wenn die Situation im Mund stabilisiert ist. Der Patient/die Patientin kommt nach 3-6 Monaten (je nach Risikofaktoren) zu einer Nachkontrolle. Im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen werden Zähne und Zahnfleisch kontrolliert (z. B. Messung der Zahnfleischtaschen, mit Röntgenbild) und professionell gereinigt.

Bei einer Parodontitis ist eine intensive Nachsorge besonders wichtig, da sonst ein Rückfall möglich ist, durch den der Zahnhalteapparat weiter geschädigt würde.
Der langfristige Erfolg der Parodontalbehandlung hängt von Ihrer Mitarbeit bei der täglichen Mundhygiene und von der regelmäßigen Betreuung durch das zahnärztliche Praxisteam ab.

Mögliche Komplikationen

Wird keine Parodontalbehandlung durchführt oder die regelmäßige Nachsorge vernachlässigt, kann dies zu Schädigungen der Zahnverankerung führen und damit letztendlich zum Verlust der Zähne.
Weitere Folgen einer unbehandelten Parodontitis können ein erhöhtes Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft (Präeklampsie, Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht) sowie ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes sein.